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Anthem, neue Hoffnung für Loot-Shooter?

Anthem, neue Hoffnung für Loot-Shooter?

Als Anthem damals angekündigt wurde, war die Vorfreude groß. Es sah verdammt gut aus, die Welt schien lebendig und immerhin stecken die kreativen Köpfe von Mass Effect und Dragon Age dahinter. Also, was soll da schon schiefgehen?

Okay, beim letzten Mass Effect und Dragon Age Teil spalten sich ja sowieso die Meinungen und man kann von den Spielen halten, was man will. Aber im Großen und Ganzen haben die Entwickler doch immer recht ordentliche Arbeit geleistet. So waren vermutlich die Erwartungen auch nicht unbedingt klein. Zumal man auch mal was Neues haben wollte, fernab von Destiny und Co.

Wer mich auf Twitter verfolgt, dem brauche ich an dieser Stelle gar nicht sagen das ich leider nicht so positiv begeistert von dem Spiel bin, wie ich es eigentlich möchte. Wieso, weshalb und warum, möchte ich euch einmal in diesem Artikel erklären.

Anthem trifft auf Iron Man?

Wir spielen in Anthem einen Freelancer, welcher auch stets mit dem Namen angesprochen wird. Gemeinsam mit unserem Javelin bestreiten wir die Kämpfe und retten mehr oder weniger die Welt.

Anthem - Der Interceptor
Die Javelins können schön schick aussehen.

Das Gefühl, wenn eine Mission startet und man mit seinem Mitspielern oben auf der Plattform steht um die schicke Welt zu begutachten und dann von dieser zu springen um ins Gefecht zu springen. Einfach ein super Spielgefühl und es macht auch wirklich sehr viel Spaß mit seinem Javelin durch die Gegend zu fliegen und Gegner abzuschießen.

Die Javelins

Javelins spielen eine sehr wichtige Rolle im Spiel, denn ohne diese Anzüge geht erst mal nicht besonders viel. Einzig und allein in der Festung ist man ohne unterwegs und rennt mit seinem Charakter umher. Folgende Anzüge gibt es:

  • Der Colossus
  • Der Storm
  • Der Interceptor
  • Der Ranger

Zu Beginn des Spiels hat man einen Anzug zur Verfügung, später kann man neue freischalten, dabei hat man die Qual der Wahl. Die vier Javelins sollte man in etwa wie vier verschiedene Klassen sehen.

Jeder Rüstung hat ihre eigenen Kräfte und Spezialisierung. Außerdem spielt sich jeder Javelin anders.

Der Colossus

Dieser ist eine Art Tank, was man auch vom Aussehen her schon erkennen kann. Eine dicke Panzerung, allerdings ist dieser auch nicht so beweglich, wie manch anderer Anzug. Dafür jedoch hält man hiermit viel mehr aus und versucht stets seine Mitspieler zu schützen.

Der Storm

Man könnte ihn als eine Art Magier sehen. Mit diesem Javelin kann man zB mächtige Sturmangriffe bzw. Blitzangriffe auf die Gegner schleudern. Allerdings hält dieser auch nicht sonderlich viel aus und man sollte somit aufpassen, dass die Gegner einem nicht zu Nahe kommen.

Der Interceptor

Dieser Javelin ist besonders auf Schnelligkeit fixiert. Außerdem ist er auf Nahkampfangriffe ausgelegt, welche nicht nur schnell ausgeführt werden, sondern auch viel Schaden reinhauen. Die Gegner sollten also aufpassen, mit wem sie sich anlegen.

Der Ranger

Diesen Javelin hat man direkt zu Beginn des Spiels. Man könnte ihn auch als eine Art Allrounder bezeichnen. Er ist somit ziemlich ausgeglichen. Hält einigermaßen viel aus, teilt aber ebenfalls ganz gut aus.

Die Javelins selbst können natürlich auch noch entsprechend angepasst werden – aber wirklich viele Anpassungsmöglichkeiten existieren hier jedoch nicht. Zumindest bestimmt das Aussehen nicht, wie viel man später austeilt oder einstecken kann. Dafür gibt es wiederum Erweiterungen die von Gegnern gedropt werden oder auch in Truhen zu finden sind. Man hat an einem Anzug die Möglichkeit verschiedene Bereiche zu modifizieren, somit kann man auch etwas an seinen Fähigkeiten verändern.

Allerdings muss man an dieser Stelle auch sagen das die Auswahl eher begrenzt ist. Wirklich viele verschiedene Fähigkeiten hat man eben nicht. Diese beschränken sich meistens immer auf die selben Fähigkeiten wie zum Beispiel Giftgranaten oder einen Nahkampfangriff. Lediglich die Werte, zum Beispiel der Schaden der einzelnen Fähigkeiten, unterscheiden sich.

Mehr über die Javelins

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Die Welt von Anthem

Erinnern wir uns doch mal zurück, wie uns das Game präsentiert wurde. Dort sah man „Fort Tarsis“ – hier hält man sich zwischen den einzelnen Missionen auf und nimmt neue Missionen an, quatscht mit Charakteren und kann auch verschiedene Sachen kaufen. Auf jeden Fall konnte man einen kleinen Einblick gewinnen:

Das Spiel sieht belebt aus, es sieht einfach gut aus.

Guckt man sich nun das „fertige“ Spiel an, muss man leider schnell feststellen das Fort Tarsis doch ein wenig anders auf einen wirkt. Leerer, nicht so viel los wie man gedacht hat. Die Charaktere sehen auch eher gelangweilt aus.

Hinzu kommt das die Charaktere einen mit belanglosem Zeug voll labern. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt die Charaktere, die uns mit Aufgaben versorgen oder die Story voran bringen. Aber ja, auch die erzählen nichts wichtiges. Mal davon ab das die Story an sich auch eher belanglos ist und immer belangloser wird. Irgendwann war ich an einem Punkt angelangt, wo ich einfach nur noch das Gelabere der einzelnen Charaktere übersprungen habe um die Story so schnell es geht zu beenden. Denn auch ohne das Gerede, kann man dieser ohne Probleme folgen. Aber gut fand ich diese leider nicht.

Wir kämpfen uns durch die Gegnermassen

Ein wichtiges Gameplay-Element, vermutlich das Wichtigste, sind die Fights gegen die verschiedenen Gegner, die auf einen warten. Wie schon bereits erwähnt macht das Fliegen unglaublich viel Spaß und dann noch in Kombination mit dem Kämpfen an sich, ist ein wirklich tolles Spielgefühl. Vor allem der Übergang vom Fliegen zum Nahkampfangriff auf einen Gegner funktioniert ohne Pause und ist verdammt spaßig. Auch das Schießen in der Luft macht schon Laune. Vor allem wenn man mit seinen Fähigkeiten des Javelins umher wirft.

Anthem - größere Bestien.
In Anthem legt man auch gerne mal den ein oder anderen größeren Gegner.

Allerdings merkt man nach nur wenigen Stunden das es letztendlich immer das Gleiche ist. Zwar mögen sich die einzelnen Anzüge unterschiedlich spielen, jedoch macht es das Monotone Gameplay nicht wett. Viele Mechaniken gibt es eben nicht. Es gibt halt kaum Möglichkeiten seinen Javelin bzw. seinen Charakter zu individualisieren. Gefühlt droppen immer die gleichen Erweiterungen für den Anzug, somit hat man auch immer stets die selben Fähigkeiten dabei. Das macht es nicht besonders Abwechslungsreich.
Die Gebiete hingegen sehen wirklich schön aus und sind tatsächlich mal was anderes.

Story, Missionen, freies Spiel, Festungen

Ich möchte auf die Story nicht weitereingehen. Aber es gibt da eine Sache, die ich unbedingt loswerden will, die mich richtig stört. Dies bezieht sich auf fast alle Missionen, nicht nur auf die Story-Missionen.

Ich weiß nicht wirklich was man sich bei dem Design der Missionen gedacht hat – aber innovativ ist dann doch was anderes. Und das Ganze ist jetzt auch kein Spoiler, also keine Sorge. Aber zum größten Teil bestehen die Missionen der Story, um letztendlich weiterzukommen, darin – Prüfungen zu bestehen.
In den Prüfungen geht es zum Beispiel darum das man eine bestimmte Menge an Ressourcen einsammeln muss, eine bestimme Anzahl an Kills erzielen oder auch eine bestimmte Anzahl an Ultimativen Kills machen muss. Das Schlimme daran ist, dass sich diese Aufgaben eher wie optionale Ziele oder eher wie Ziele für Erfolge in einem Game anfühlen und nicht wie eine Story-Mission.

Normale Missionen sind auch nicht unbedingt besser designed. Hier verfolgt man letztendlich immer und immer wieder das gleiche Schema. Hilft dem, hilft der, rettet die, rettet den, sammelt dies und so weiter. Dann gibt es noch den Modus „freies Spiel“. Hier kann man sich dann frei in den Gebieten bewegen. Man hat somit keine Einschränkungen und auch kein richtiges Ziel, welches man verfolgt. Im Grunde kann man hier tun und lassen, was man will. Endlich kann man sich die Gegend mal genauer angucken und für mich auf jeden Fall mein Lieblings Modus.

Anthem - freies Spiel
Im Modus „freies Spiel“ von Anthem, kann man frei herumlaufen oder fliegen!

Neben den Missionen gibt es dann noch die Festungen. Man könnte die Festungen mit Dungeons in MMORPGs vergleichen, nur etwas anspruchsvoller. Und ja, diese sind auch anspruchsvoller, je nach dem auf welchem Schwierigkeitsgrad ihr die Festungen spielt, könnte es schon sehr frustend sein.

Eines der wichtigsten Punkte, welchen man auf jeden Fall nicht ignorieren sollte, ist die Tatsache das man im Grunde das Spiel an sich, bis auf im Modus „freies Spiel“, nicht alleine spielen kann. Man spielt immer, aber wirklich immer mit einem kleinen Team zusammen. Mal abgesehen von den Prüfungs-Missionen der Story. Vor allem dann, wenn man solch ein Spiel auch gerne komplett im Alleingang spielen möchte, ist man hier nicht besonders gut mit bedient.

Aber das war noch nicht mal das Schlimmste. Am schlimmsten sind für mich diese Art „Popup“ Benachrichtigungen, wenn man mal etwas zu weit von seinem Team entfernt ist. Sobald das Spiel der Meinung ist, man ist zu weit weg, wird man drauf hingewiesen das man sich der Mission wieder nähern soll. Und es gibt dazu einen Counter. Landet dieser bei 0, so wird man automatisch zum Team teleportiert. Schon landet man wieder im Ladescreen.

Ladescreen ist im Übrigen auch so eine Sache. Man sollte sich auf sehr viele Ladescreens gefasst machen, auf viel Ladezeit ebenfalls.

Aber um auf das Thema „zu weit vom Team weg“ zurückzukommen. Diese Meldung kommt selbst dann, wenn ihr nur einige Meter von eurem Team entfernt seid. Ihr könnt das komplette Team vor euch sehen. Das Spiel sieht es anders. Dies hätte man anders lösen können und dieses zwanghafte „man muss mit seinem Team kuscheln“ ist halt so eine Sache. Ich hoffe das es irgendwann rausgepatcht wird. Leider habe ich die Befürchtung das dies nie geschehen wird.

Gebt uns mehr Skins in Anthem!

Um mal auf das Thema Skins zurückzukommen. Für die Anzüge an sich gibt es nicht besonders viele Skins. Okay, dass Spiel ist noch am Anfang, aber ein paar mehr wären sicherlich drin gewesen oder? Dafür kann man aber von jedem Teil die Farbe und das Muster wechseln.

Super.

Aber kommen wir nun mal zu den Waffen: Die Skins, der jeweiligen Waffen. Ich muss leider auch gestehen das dies auch eins der Gründe ist, wieso ich einfach kaum bis gar keine Motivation habe das Spiel weiterzuspielen. Die Waffen sehen im Grunde fast alle ähnlich aus und dann auch noch langweilig. Es gibt kaum Waffen die gut aussehen oder vollkommen anders, als die Waffen die man zu vor schon gesehen hat. Selbst legendäre Waffen sehen kaum anders aus, als die letzte normale Waffe die man gefunden hat.

Natürlich spielt das Aussehen der Waffe nicht so wirklich eine Rolle, der Schaden ist wichtig. Ja, gebe ich gerne zu, aber ich persönlich finde dass das Aussehen einer Waffe viel ausmacht. Vor allem bei Games, welches vom Sammeln von neuen Items lebt. Es regt einfach die Motivation an. Wenn wir mal Destiny 2 als Beispiel nehmen. Dort gibt es so viele tolle Waffen, allein vom Aussehen. Ich hoffe einfach das sich dies mit der Zeit ändert.

Fazit

Ich habe die Story von Anthem durchgespielt, etwas Gear gefarmt und schon war die Motivation auch schon weg. Wirklich viel Content, nachdem man die Story durch hat, gibt es eben nicht. Ebenso gibt es eben auch nicht besonders viel, was man sich erfarmen kann.

Ja, ich hatte die ersten 5 Stunden ca. viel Spaß mit dem Spiel. Das Gameplay hat mir gefallen, das Spiel sieht wirklich gut aus und die Gebiete sind ebenfalls schön, mal was anderes. Leider muss ich dann aber an dieser Stelle sagen das es das dann auch schon war. Hat man seine paar Stunden im Spiel verbracht, hat man im Grunde schon fast alles gesehen, was es zu sehen gibt. Mal ganz davon abgesehen das es zum Teil viele Bugs gab, als ich das Spiel gespielt habe. Viele Verbindungsprobleme und dann diese Ladescreens, welche einem aus dem Spielgeschehen herausreißen.

Das Gameplay an sich ist leider ziemlich einseitig, lediglich die einzelnen Javelins spielen sich unterschiedlich, aber auch hier hat man keine krassen Möglichkeiten. Viel Individualisierungs-Möglichkeiten bietet einem das Spiel halt auch nicht. Man kann zwar seinen Anzug verbessern / verstärken aber das war es schon im Großen und Ganzen.

Bis jetzt kann ich demnach das Spiel nicht weiterempfehlen. Vor allem nicht für den Preis. Das Spiel bietet einfach zu wenig Content, dafür zu viel belanglosen Content und Gequatsche. Ich würd es natürlich den Entwicklen und auch der Community wünschen das schnell neuer Content hinterher kommt, vieles ausgebessert wird. Bis dahin lasse ich auf jeden Fall die Finger vom Game.

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