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Open World Trend: Größer, Gigantischer - der virtuelle Penis-Vergleich?
Open World Trend: Größer, Gigantischer - der virtuelle Penis-Vergleich?

Open World Trend: Wer hat die größere Welt?

Open World, man könnte schon fast meinen das „Open World“ ein eigenes Genre oder Unter-Genre bei Spielen ist, so häufig wie dieser Begriff bei Ankündigungen oder sonstigen Sachen gedropt wird. „Das Spiel ist Open World!“ oder auch „Es gibt so viel zu erkunden.“

Vor lauter Open World sieht man seinen eigenen Schniedelwutz nicht mehr. Nun, gut. Bleiben wir mal ernst beim Thema. Was hat das Ganze mit diesem Open World Hype auf sich? Ist eine riesige offene Welt denn wirklich immer gut für ein Spiel? Muss denn jedes Spiel ein solches System haben? Geht es denn in der heutigen Zeit gar nicht mehr anders? Oder ist das alles einfach nur ein virtueller Penis-Vergleich den sich die Entwickler untereinander geben?

Wir gehen diesen Fragen mal auf den Grund, mehr oder weniger.

Open World: Überall gibt es eine offene Welt!

In Gefühlt jedem zweiten Spiel gibt es eine sogenannte Open World. Mittlerweile ist es schon gängig das man dies als großes Feature des Spiels ankündigt und komplett darauf aufbaut. Man verlässt sich im Grunde gar nicht mehr auf die anderen Sachen, die ein Spiel mit sich bringt.

Das Spiel hat ein beschissenes Gameplay? Die Charaktere sind langweiliger als das Toilettenpapier, welches bei mir auf dem Klo hängt? Ist doch egal, das Spiel hat immerhin eine offene Welt. Das muss reichen, allein das macht das Spiel einfach super. Okay, das Ganze ist vielleicht etwas zu hart dargestellt, aber ihr wisst doch sicherlich was ich damit meine, oder?

Um es einmal kurz vorweg zu nehmen, ich bin keineswegs ein Gegner von großen Spielen. Ich mag sowas wirklich sehr gerne. Und ja, ich gebe es gerne zu, dass ein oder andere Spiel habe ich eventuell auch genau aus diesem Grund gekauft, weil es eine offene Welt gab. Einfach aus dem Grund, weil ich sowas bei Spielen liebe. Aber auch hier gibt es irgendwo eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte. Der Harken liegt bei einer interessanten offenen Welt, einer Open World die man erkunden kann, immer wieder aufs Neue für sich entdeckt. Sobald ein Spiel aber genau dies nicht bietet, vieles re­pe­ti­tiv ist – wird ein Spiel auch sehr schnell zur Qual und der Spaß fliegt immer weiter davon.

Also, merkt euch doch bitte eins: Ein riesige Open World macht kein gutes Spiel aus.

Es gibt so viele andere Eigenschaften, die alle zusammen ein großartiges Spielerlebnis formen. Eine offene Welt kann natürlich dazu gehören, kann allerdings auch vieles kaputt machen und genau das Gegenteil von dem bewirken, was man sich eventuell vorgestellt hat.

Natürlich komme ich nicht einfach ohne Beispiele daher. Weswegen ich im nachfolgenden das ein oder andere Game nennen werde.

Die Open World von Assassins Creed

Mit Assassins Creed Origins geht Ubisoft mehr in die Richtung eines Rollenspiels. Hinzu kommt vor allem die riesige offene Welt, was man aus den vorherigen Teilen nicht kannte.

Und eins sei schon mal gesagt, ich liebe Origins. Ich liebe das Setting und ja, ich liebe auch die Welt an sich.

Assassins Creed Origins

Assassins Creed Origins bietet eigentlich ein ganz gutes Beispiel für eine ordentliche „Open World“. Zwar kann man auch hier nicht von perfekt sprechen, allerdings muss man auch bedenken das es sich letztendlich um eine riesige Wüstenlandschaft handelt, welche man eben nicht komplett mit Leben füllen kann. Aber wie gesagt, die Welt ist dennoch beeindruckend und dies hat man besonders den Pyramiden zu verdanken. Einfach ein tolles Erlebnis und zudem sieht diese auch noch beeindruckend aus.

Neben der Welt selbst, gibt es natürlich auch noch das ein oder andere zu entdecken. Dann gibt es noch viele kleinere Sachen auf der Karte, die man aufdecken kann, Fragezeichen. Davon gibt es eine ganze Menge, die den Spieler letztendlich dazu verleiten soll, das Spiel länger zu spielen, als eigentlich nötig. Man kennt es im Grunde von anderen Games, welche das gleiche Prinzip verfolgen.

Die Open World in Assassins Creed Origins
Assassins Creed Origins bietet eine wunderschöne Open World!

Man hat mehrere Fragezeichen auf der Karte, zu denen man laufen kann. Bei den Fragezeichen gibt es dann verschiedene Dinge zu entdecken, ob es nun Ruinen sind oder kleinere Miniaufgaben, so wie vieles mehr …

Im Grunde sind diese für das Spiel nicht wirklich relevant. Wenn man ehrlich ist, dann sind diese nur dafür da, um das Spiel künstlich in die Länge zu ziehen. Solche Sachen gibt es auch in einem The Witcher 3. Wobei mich beim letzteren Spiel das Ganze nicht so sehr gestört hat.

Was bei Origin etwas nervig ist, ist die Tatsache das Trophäen-Jäger mehr oder weniger dazu gezwungen wurden, alle Fragezeichen bzw. alles genauestens unter die Lupe zu nehmen. Ansonsten kann man seine Platin Trophäe auf der PlayStation 4 vergessen.

Assassins Creed Odyssey

Nun kommen wir doch einmal zu Assassins Creed Odyssey. Der Nachfolger von Origins. Und ja, Ubisoft hat hier einiges richtig gemacht, mehr als beim Vorgänger. Man hat im Grunde das Gerüst von Origins genommen und noch mal deutlich verbessert. Allerdings finde ich die Open World, auch wenn mir diese vom Setting her mehr zusagt, etwas schwierig. Zwar hat diese, für mich zumindest, etwas mehr zum Erkunden eingeladen, allerdings hat man das Gefühl dass das Spiel einfach gar kein Ende nimmt.

Für jemanden wie mich oder allgemein für diejenigen, die einfach keine Aufgabe ungelöst liegen lassen können, einfach alles mitnehmen müssen und es nicht mögen wenn man irgendein Fragezeichen ausgelassen hat, ist Odyssey eine reinste Qual. Versteht mich nicht falsch, ich mag Odyssey. Ich liebe das Setting, ich liebe den Hauptcharakter, ich liebe es auch das es endlich eine Wahl zwischen weiblichem und männlichem Protagonisten gibt. Aber die Aufgaben in der Welt von Odyssey sind einfach zu viel, man wird förmlich erschlagen.

Man verliert irgendwann einfach den Überblick.

Zwar sind diese eher optional, auch dann wenn man alle Erfolge haben möchte, denn anders als bei Origins, muss man hier nicht alles gemacht haben. So weit ich weiß gibt es auch keine verpassbaren Erfolge, was natürlich auch eine gute Sache ist. Aber ich selber kann es nicht über mein Herz bringen, irgendein Fragezeichen auf der Karte zu ignorieren. Und wenn man sich nun mal die komplette Karte mit den ganzen Fragezeichen anguckt, wird man schnell feststellen das es unendlich viele sind. Ich könnte wetten das man weit über 15 Stunden allein an diesen Teilen sitzt, bis man alles erledigt hat. Und selbst dann, hat man noch nicht alle Nebenaufgaben, geschweige denn die Story beendet.

Open World Trend: Der virtuelle Penis-Vergleich?
Mit Assassins Creed Odyssey setzt man den Trend fort.

Man merkt an Odyssey einfach das man versucht, durch enorm vielen nebensächlichen Markierungen auf der Karte, das Spiel künstlich in die Länge zu ziehen. So kommt man sicherlich gerne mal auf die 150 Spielstunden oder sogar wesentlich mehr.

Natürlich macht das Entdecken zu Beginn sehr viel Spaß.

Wie gesagt, die Welt von Odyssey ist keineswegs schlecht, ganz im Gegenteil. Die Welt ist wirklich schön und das Spiel sieht auch grafisch sehr gut aus, aber ab einem gewissen Punkt wird es dann doch wieder zu viel und man wird erschlagen von den Ereignissen.

The Witcher 3

Ich habe so das Gefühl, als sei dieser Trend früher gar nicht so verbreitet gewesen. Erst nach The Witcher 3 fiel mir das besonders stark auf, das man immer mehr in die Richtung einer riesigen offenen Welt ging.

The Witcher 3 hat natürlich eine sehr interessante Welt, welche auch sehr belebt ist. Man findet an jeder Ecke was. Auch hier gibt es diese Fragezeichen auf der Karte und davon auch nicht gerade zu wenig, wobei diese erst nach und nach mehr werden.

Allerdings hat mir das hier sehr viel Spaß bereitet, jeder einzelne Markierung offen zu legen und zu erkunden. Ich weiß nicht wieso, aber das Spiel hat einfach dazu eingeladen. Hinzu kommt die Tatsache das The Witcher 3 viele Nebenquests bietet, welche man in der Open World findet, die eine wirklich sehr gute Geschichte erzählen. Was wiederum bei Assassins Creed nicht der Fall war.

Bei The Witcher 3 bekommt man was geboten und man hat somit auch das Gefühl das es mehr als nur lohnt, sich alles genau anzugucken. Genau das macht für mich die Welt so einzigartig und zu was besonderem.

So viel zu The Witcher 3, kommen wir direkt mal zum nächsten Beispiel.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Ein wirklich sehr gutes Beispiel ist The Legend of Zelda für die Nintendo Switch. Ich würde nicht sagen dass das Spiel die beste Open World bietet, aber sie kann meiner Meinung nach gut mit der Welt von The Witcher 3 mithalten. Außerdem bietet das Spiel eine wirklich einzigartige noch nie dagewesene offene Welt, wie ich finde.

Bei Breath of the Wild hat man die Qual der Wahl, man darf machen was man will. Anders als bei anderen Spielen, bekommt man hier nicht vorgeschrieben, was man zu machen hat. Man hat keine genaue Linie, welcher man folgt um das Spiel letztendlich zu beenden. Okay, zu Beginn wird man etwas an die Hand genommen. Man muss immerhin zu Beginn ersteinmal alle nützlichen Werkzeuge freischalten, welche dann später völlig ausreichen, um jede noch so kleine Ecke zu erkunden. Also eine Art Tutorial, wenn man das so bezeichnen mag. Dennoch kann man sich hier schon wesentlich freier bewegen, als in manch anderem Game.

Was ich damit eigentlich genau sagen möchte: In The Legend of Zelda: Breath of the Wild, ist man frei. Im Grunde verfolgt das Spiel zu 100% das Prinzip einer Open World, wie kein anderes Spiel. Man ist auf sich alleine gestellt, man steht in Mitten einer riesigen Welt, welche man frei erkunden kann. Das Game sagt dir nicht was du machen sollst, gibt dir zwar Hinweise oder Ratschläge in Form von Quests, wo man als nächstes hingehen könnte, aber dies entscheidet man dann selbst.

Man könnte theoretisch auch direkt von Beginn an, zum Endboss laufen und diesen herausfordern. Ob man den Kampf allerdings schafft, sei mal dahingestellt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Man hat relativ schnell alle Hilfsmittel, welche man benötigt um überall hinzukommen.

Hinzu kommt das die Welt nicht tot ist, diese ist lebendig und es macht Spaß diese zu erkunden.

Open World Trend: Der virtuelle Penis-Vergleich?
The Legend of Zelda: Breath of the Wild, zeigt wie eine Open World richtig funktioniert.

Man hat in BotW so viele Möglichkeiten um sich auszutoben, bei einem selbst liegt die Entscheidung und genau das macht die Welt so einzigartig. Man hat keine unsichtbaren Wände, weil man das Gebiet erst dann betreten kann, wenn man weit genug in der Story ist. Wenn man da hin möchte, darf man das auch. Man muss allerdings auch dann, mit den Konsequenzen leben können.

Also, halten wir einmal kurz fest. Eine gute Open World sollte auf jeden Fall nicht tot, sondern lebendig sein, diese sollte zum Entdecken einladen und das Entdecken sollte auch was bringen und den Spieler belohnen. Die Neugier sollte erweckt werden. Gerne darf das Spiel auch einen, für die Neugier, bestrafen. Interessante Orte, spannende und schöne Geschichten, die zum Beispiel in Form von Nebenquests oder auch in Form von Texten erzählt werden. All das, macht es doch erst interessant und genau das macht eine gute Open World aus. Niemand ist gut damit bedient, eine tote, langweilige und re­pe­ti­tive Open World vor sich zu haben.

Paar Gegner zu platzieren macht es im Übrigen auch nicht wirklich besser.

Braucht denn jedes Spiel eine Offene Welt?

Man kann diese Frage ganz klar mit „natürlich nicht“ beantworten. Dies sollte jedem klar sein, oder? Denn letztendlich macht eine Open World ein Spiel nicht direkt zu einem guten Spiel. Dafür müssen viele verschiedene Faktoren stimmen. Story, Atmosphäre, Sound und vor allem das Gameplay sind Grundlegend dafür entscheidend, dass es ein stimmiges Gesamtbild gibt. Okay, ein Spiel muss auch keine gute Story haben, damit es letztendlich ein gutes Spiel ist, welches spaß macht.

Dennoch hängen viele verschiedene Faktoren davon ab.

Nehmen wir mal die Souls-Like Spiele, wie Dark Souls selber, Bloodborne oder auch Nioh. Ja, die Spiele haben eine relativ große Welt, welche zum erkunden einlädt. Allerdings ist dies keine wirkliche Open World. Die Welt ist in mehreren Bereichen aufgeteilt, welche man begehen kann. Um es kurz zu fassen: Man hat nicht sofort auf die ganze Welt zugriff. Man muss die einzelnen Abschnitte erst einmal freischalten.

Sind die Spiele nun schlecht, nur weil es keine typische offene Welt gibt?

Natürlich nicht.

Ich könnte noch nicht mal sagen ob es den Spielen gut tun würde, wenn man sich traut, dass alles etwas offener zu gestalten. Mein Interesse wäre auf jeden Fall vorhanden. Auch würde ich behaupten das From Software dies auf jeden Fall gut umsetzen würde. Nötig haben es diese Spiele auf jeden Fall nicht.

Oder nehmen wir doch mal das Beispiel eines Resident Evil 7. Auch hier existiert solch eine Welt nicht. Hier gibt es eher lineare Level / Bereiche, welche man begeht. Fast das ganze Spiel findet in einem Haus statt. Ich würde auch einfach mal behaupten das der Gruselfaktor dadurch gewaltig verloren gehen würde, wenn man das Ganze in eine riesige offene Welt verpacken würde. Mit The Evil Within 2 hat man dies zum Beispiel versucht.

Zumindest fast versucht.

Zwar ist die Welt nicht riesig, aber die Bereiche an sich sind schon spürbar größer, als im ersten Teil. Aber dadurch ging, für mich zumindest, die Atmosphäre stark verloren. Was sehr schade ist, denn gruselig war das Ganze für ein Horror Game nicht wirklich. Aber gut, fand den ersten Teil auch nicht unbedingt zum fürchten.

Aber auch ein Until Dawn ist linear und wird seinem Genre gerecht. Nur um mal noch ein Beispiel zu nennen.

Um das Ganze abschließend einmal kurz zusammenzufassen. Eine Open World kann toll sein und sehr viel dazu beitragen das ein Spiel gut wird. Wenn diese eben gut gemacht wurde. Diese kann aber auch genau das Gegenteil davon bewirken und dem ganzen Spiel das Genick brechen. Und ein Game muss auf keinen Fall eine offene Welt haben. Es geht auch ohne, was uns ein Haufen anderer Spiele schon mehrmals bewiesen haben.

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